Die Show im Mai

Als wir HitSchmitze uns für unseren Auftritt mit schwäbischem Essen aus Profihänden stärkten, stellte sich heraus, dass einigen von uns jeden Monat die Sause geht: Kommen genügend Gäste, die singen möchten? Obwohl wir erfahrungsgemäß eher zu viele als zu wenige Interessierte haben, besteht das Risiko doch jeden Monat aufs Neue. Ohne Gast-SängerInnen wären wir schließlich nicht denkbar.

Zu Beginn der Show war Verlass auf die Pusch-Family, die im vergangenen Monat schon in Vollbesetzung auf der Bühne stand. Diesmal wagte Lara alleine den Anfang mit Valerie. Bühnenerfahrung zahlt sich aus: Es war kaum möglich, herauszufinden, wer nun cooler ist – der Song oder die Sängerin. Im Anschluss erklärte sich gleich noch einmal einer unserer treuesten – wenn nicht sogar der treueste – Gäste bereit, zu singen: Siggi präsentierte den Forever-and-Evergreen Hey Jude mit gewohnter Lässigkeit und gekonnter Performance. Danach kündigte sich Thomas selbst an, in erlesenstem British English, das nicht nur den englandaffinen Teil der HitSchmitz zum Schmelzen brachte. Ring of Fire hatte er sich ausgesucht, und er meisterte den taktmäßig ganz schön fies angelegten Song. Und dann: Tiago mit Pretty Woman. Also, wenn wir’s nicht besser gewusst hätten… vom ersten Takt über das Rawrrrrrr! bis zum letzten Ton legte Tiago die perfekte und vom Original nicht zu unterscheidenden Version dieses Klassikers hin. Dass er in festen Händen ist (er grüßte seine Frau im Publikum), ist nicht weiter verwunderlich, bei der Stimme!

Klar, dass Siggi & Andrea sich nach dieser Vorlage „nur“ zu zweit auf die Bühne trauten, um die allseits beliebte Proud Mary zu grooven. Da Siggi bereits an vier Abenden mit den HitSchmitz auf der Bühne gestanden hat, darf er sich einen Song wünschen, den wir extra für ihn einüben. Noch ist seine Entscheidung nicht gefallen, aber wir sind sehr gespannt! Dasselbe Privileg darf nun Elmar genießen, der seinen fünften Rockaoke-Abend nutzte, um bei den Zuhörern mit einem grandiosen Hallelujah eine Gänsehaut zu erzeugen.

Wenn Familie Pusch im Saal ist, wird natürlich alles andere als stillgestanden. Becci, die die Band selbst als Gastsängerin kennengelernt hat, vertrat an diesem Abend würdevoll unsere Pianistin Saskia. Mutter Theresia (hihi, das war beim Formulieren (noch) gar keine Absicht) ließ es sich nicht nehmen, alle Gäste für ein paar Minuten mit California Dreaming in die Zeit der Flowerpower mitzunehmen.

Und wo wir schon in Kalifornien waren, war Sunny nicht weit: Kerstin half uns kurzfristig aus der Patsche. Was nur die Band wusste: Wir erwarteten eine Schar Brautjungfern aus Zürich, die für ihre Freundin eine Riesenüberraschung mit den HitSchmitz organisiert hatten. Offensichtlich hatte deren Zug Verspätung, deshalb baten wir Kerstin, ihren Song schon vor der Pause zu präsentieren. Ohne zu zögern willigte sie ein und stieg gekonnt auf unsere von Boney M. geborgte Discoversion des Titels ein.

Help! wurde uns im Anschluss in doppelter Hinsicht geboten; Cochino sang das Stück seiner Wahl ebenfalls sehr spontan und bewies höchste Entertainerqualitäten, als er die inzwischen eingetroffene Braut mit einer eleganten Armbewegung zu sich ans Mikro holte. Susanne entschied sich kurzerhand für Purple Rain, eine Ballade, die sie hingebungsvoll vortrug. Die eigentliche Überraschung für die Braut Susanne folgte auf dem Fuß: Ihre Schwester Claudia und all die weiteren Brautjungfern hatten, genau wie die HitSchmitz, extra für diesen Anlass Bruno Mars’ Marry You einstudiert. Das war wahrer Kuschelrock! Knapp zwanzig Menschen teilten sich nun die Bühne. Wir sahen Freudentränen einer sichtlich gerührten Susanne , als Claudia ihr eine Ansprache hielt.

Bei so vielen Emotionen war erstmal eine Verschnauf-PAUSE angesagt.

Zurück auf der Bühne, wagte sich Hania an Ain’t No Sunshine. Herausforderung gemeistert, kann man da nur sagen! Die Stelle, an der die Leadstimme „I know, I know…“ sagt und nur vom Schlagzeug begleitet wird, überzeugt bei jedem Hören/Spielen aufs Neue. Dann kam Lucias großer Moment. Den ganzen Abend hatte sie schon im Publikum verbracht, um auf ihren Auftritt zu warten. Und nun führte sie mit Come Together ab dem ersten Ton („Here come old flattop…“) die HitSchmitz ins Grooveland und das Publikum zur Begeisterung: a star was born!

Verraten wir zuviel, wenn wir sagen, dass die HitSchmitz sich auf den folgenden Titel besonders freuten? Alex schenkte uns seine Interpretation von Born to Be Wild und brachte uns ins Schwitzen, so wie es sich für echte Rocker gehört. Um wieder zu ein bisschen Puste zu kommen, wurde im Anschluss Heike auf die Bühne gebeten – absolut solide sang sie Summertime und hätte sich, wäre die berüchtigte Jazzpolizei dagewesen, sicher den Zulassungsstempel verdient. Und dann R&B; mit Hit the Road, Jack legten gleich drei SängerInnen gekonnt eine Performance an den Tag, die nicht nur zum Fingerschnippen einlud: Flo, Elmar und Susanne. Susanne ist für eine Rockaoke-Band echt ein Glücksfall: Menschen, die gerne singen und das auch vor anderen tun, sind bei uns genau richtig!

Und weil’s so schön war, blieb die Anzahl der Stimmen konstant. Susanne ging vermutlich schnell ihre Stimme ölen, dafür hörten wir Let It Be von Theresa, Johanna und Flo. Dabei handelte es sich natürlich nicht um unsere wunderbare Saxofonistin Johanna – die war mit ihrem Instrument beschäftigt.

Was kann denn nach den Beatles folgen? Natürlich die Beatles! Also weiter im Programm mit deren Yesterday, das der Legende nach anfangs mit den Worten „Scrambled eggs“ Eingang in Sir Paul McCartneys kreativen Kopf fand. Steffi jedenfalls war offenbar sehr klar im Kopf, denn ihre Version klang wohltuend, klar und überzeugend.

Als Heike zum zweiten Mal an diesem Abend die Bühne betrat, ging für unseren Clem an der Gitarre ein Traum in Erfüllung: endlich Black Magic Woman! Auch wegen Heikes black magic hair.

Nun, da die Show sich in großen Schritten ihrem Ende näherte, durften nochmals unsere weitgereisten Gäste aus Zürich ran. Claudia et. al. boten ein enthusiastisches Son of a Preacherman dar. Diese Damen sind allesamt geborene Entertainer! Und Susanne wünschen wir von Herzen alles Gute für ihre Zukunft mit ihrem künftigen Mann.

Als letzter Sänger des Abends trat Taylor auf die Bühne, mit dunkler, voller Mähne. Nicht umsonst hatten wir ihn ganz hinten auf die Liste gesetzt: Es war kaum abzusehen, ob unsere Instrumente nach T.N.T. noch intakt sein würden. Oder auch die Anlage… dank unserem Supertechniker Josch war das alles zum Glück gar kein Problem. Wenn etwas kaputt ging, dann war das allerdings Clemens’ Rücken, der sich samt seiner Gitarre rücklings auf den Boden warf, als der Song sich zum Höhepunkt steigerte. Während das Publikum Taylor bejubelte, schlüpfte Tristan hinter seinem Schlagzeug vor und fiel im Namen der HitSchmitz Taylor dankend um den Hals.

Kann ein Rockaoke-Abend ein Ende finden, das passender ist? Wir werden es sehen – beim nächsten Gig! Wir freuen uns auf euch!

Set 1

  1. Lara – Valerie
  2. Siggi – Hey Jude
  3. Thomas – Ring of Fire
  4. Tiago – Pretty Woman
  5. Siggi & Andrea – Proud Mary
  6. Elmar – Hallelujah
  7. Theresia – California Dreaming
  8. Kerstin – Sunny
  9. Cochino – Help
  10. Susanne – Purple Rain
  11. Brautjungfern – Marry You

Set 2

  1. Hania – Ain’t No Sunshine
  2. Lucia – Come Together
  3. Alex – Born to Be Wild
  4. Heike – Summertime
  5. Flo, Elmar & Susanne – Hit the Road, Jack
  6. Theresa, Johanna & Flo – Let It Be
  7. Steffi – Yesterday
  8. Heike – Black Magic Woman
  9. Claudia – Son of a Preacherman
  10. Taylor – T.N.T.
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