Show-Review: 3. HitSchmitz-Gig am 27. März 2015

Mit mehreren neuen Songs im Gepäck erwarteten wir zum dritten Mal gespannt ein einzigartiges Konzert. Einzigartig vor allem, weil die jeweiligen Sänger, die jeweiligen Sängerinnen den Abend maßgeblich mitbestimmen.

Julia mit Long Train RunningBesonders schwer hat es sicher immer die erste Person, die sich an einem HitSchmitz-Abend mit uns auf die Bühne traut. Diesen Monat darf sich dafür Julia auf die Schulter klopfen, die sich This Is The Life von Amy MacDonald wünschte und diesen in unfassbar schnellem irischem Englisch gesungenen Titel mit Bravour meisterte. Martin brachte uns im Anschluss mit dem Titel Hotel California in die USA. Dass er nur sang, weil er sich den Eintritt nicht leisten wollte, haben wir ihm nicht ganz abgenommen: Seine Darbietung ließ nichts zu wünschen übrig. Martin beherrschte den Song so gut, dass unser Lampenfieber allmählich der Spielfreude Platz machte. Das wurde uns beim nächsten Stück fast zum Verhängnis: Fabian entschied sich für Satisfaction von den Stones. Irgendein unsichtbarer Hinweis brachte die Band dazu, den Song an einer Stelle zu beenden, die nicht besonders gut passte. Anstatt nervös zu werden, trug Fabian es mit Fassung – er und wir setzten einfach wieder ein und brachten den Song zu einem würdigen Ende. Danke, Fabian!

Kein bisschen abgeschreckt trat danach Milan auf die Bühne, um Let It Be von den Beatles zu singen. Bei den HitSchmitz gibt es keine Glaubenskriege darüber, welche Band denn nun die bessere sei. Wir waren außerordentlich erfreut, zwei so tolle Stücke nacheinander spielen zu dürfen, und Milan trug das Seine dazu bei, Let It Be auch an diesem Märzabend zu einem vollen Erfolg werden zu lassen.

Ungefähr hier, vielleicht auch einen Song später, geschah es, dass auf unserer Liste nur noch ein Sänger/eine Sängerin stand. Auch wenn wir noch so viele Stücke im Repertoire haben: Wenn niemand singt, steht die Rockaoke-Band nur verlegen auf der Bühne rum… Also schickten wir unsere Koordinatorin Mi-Suk auf Sängerakquise und widmeten uns gemeinsam mit Nina Zombie von den Cranberries. Nina bewies schon zum zweiten Mal, dass ihre Stimme auf dieser Bühne absolut richtig ist. Es hat sich also gelohnt, auf den mehrfachen Wunsch aus dem Publikum einzugehen und Zombie ins Programm zu nehmen! Im Saal war da bereits die Hölle los; aus dem Publikum schallte es zum Refrain mindestens so laut in unsere Richtung wie umgekehrt.

Und dann? Der weitere Verlauf des Abends stand ja auf Messers Schneide – nicht mit Mi-Suk! In kürzester Zeit hatte sie so viele Sänger und Sängerinnen zusammengetrommelt, dass die erste Hälfte unseres Programms feststand. Also betraten gleich zwei die Bühne: Hannah und Tyll sangen Hit The Road, Jack. Diesen Knaller von einem Duo präsentiert zu bekommen, ist natürlich unschlagbar – das wusste auch das Publikum zu schätzen. Die beiden ließen es sich auch nicht nehmen, eine kleine Ansprache ans Publikum zu halten, während die Band ihre Noten und Leadsheets suchten. Spätestens bei diesem Bläserstück kam zum Tragen, dass wir an diesem Abend Verstärkung an der Trompete von Manuel hatten.

Etwas leisere Töne schlug im Anschluss Andy an, der Breakfast At Tiffany’s mit einer Stimme darbot, die glatt ins Radio hätte übertragen werden können. Trotz dieser Vorlage ließ Julia es sich nicht nehmen, die Bude daraufhin mit Long Train Running zu rocken. Als ob es kein Morgen gäbe, sang dann Anne mit Inbrunst den Superhit Grenade von Bruno Mars. Diesen jungen Superstar zu interpretieren, muss man sich erstmal trauen. Anne hat’s gemacht – und wurde dafür vom Publikum mit viel Applaus belohnt. Mit der groovigen Nummer Valerie markierten Lisa-Marie und Regina das Ende des ersten Sets.

Den Anfang des zweiten Sets machte Markus mit Pretty Woman. Ob er diesen Titel wohl insgeheim – oder auch weniger geheim – einer bestimmten Dame gewidmet hat? Seine Chancen, eine pretty woman abzubekommen, standen danach sicher nicht schlecht – wer so schön singt, beweist jede Menge „Swag“. Direkt weiter ging es mit Fotios und Get Lucky. Die HitSchmitz versuchten sich hier am Vocoder – natürlich nur, um dem Song möglichst gerecht zu werden, nicht etwa, weil Fotios den nötig gehabt hätte! Unmittelbar danach versetzte uns Orlando ein paar Jahrzehnte zurück: Er hatte sich für Summertime entschieden und brachte die Nummer total lässig rüber.

Nicht weniger als vier Leute betraten dann die Bühne, um Hotel California zu singen: Luis, Jana, Ana und Tom. Bei so vielen Stimmen mussten wir HitSchmitz mit genauso vielen Gitarren mithalten… naja, jedenfalls fast. Mit unserem neuen Zweitgitarristen Andreas spielte es sich doppelt so gut, und die kuschelige Enge auf der Bühne schien sich gleichsam aufs Publikum zu übertragen. Für Lola waren zwei SängerInnen angekündigt – umso mehr Respekt haben wir vor Siggi, der sich dann überraschenderweise alleine zu uns wagte. Abgesehen davon, dass die Band total für diesen Song brennt, waren wir begeistert davon, dass dieser Titel – genauso wie Get Lucky – gleich zwei Mal an diesem Abend gewählt wurde; schließlich hatten wir diese Stücke zum ersten Mal im Repertoire.

Nach Lola – äh, Siggi, ging es etwas ruhiger zu. Lissy und MC boten in trauter Zweisamkeit Yesterday dar. Das Einzige, das fehlte, waren geschwenkte Wunderkerzen.

Vermutlich, damit das mit den Wunderkerzen nicht so sehr auffiel, legte Nils sogleich mit Get Lucky nach und brachte die Zuschauer zum Grooven. Superlässig wurde er abgelöst von Johannes und Alex, die mit ihrem Come Together das Rockaoke-Publikum für sich gewannen. Jutta wusste im Anschluss die gigantische Stimmung im Haag zu nutzen und präsentierte Lola mit, nun ja, Damenbart. Also, mit so einem coolen Schnurrbart, ihr wisst schon. Damit war sie der absolute Hingucker, wobei sie auch mit ihrer Stimme vollkommen überzeugte. Langsam, aber sicher näherten wir uns dem Ende der Show. Den Abschluss machte Julia mit Valerie: ein super Titel, um so einen gelungenen Abend ausklingen zu lassen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die da waren, die geklatscht, mitgesungen und jeden Sänger und jede Sängerin gewürdigt haben. Besonderer Dank gilt unseren Sängern und Sängerinnen des Abends, die dieses Erlebnis erst möglich gemacht haben! Ein paar bekannte Gesichter gab es auch im Publikum, allesamt Leute, die sich ihren Applaus beim letzten oder vorletzten Mal redlich verdient haben. Ob sie diesmal „inkognito“ unterwegs waren? Wir würden uns freuen, wieder mit euch spielen zu dürfen! Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich in einem knappen Monat, am Freitag, 24. April. Seid dabei, wenn ihr die Bühne zu eurer machen könnt!


Hier nochmal die Songs des Abends im Überblick:

Set 1

  1. This Is The Life; Julia
  2. Hotel California; Martin
  3. Satisfaction; Fabian
  4. Let It Be; Milan
  5. Zombie; Nina
  6. Hit The Road, Jack; Hannah und Tyll
  7. Breakfast At Tiffany’s; Andy
  8. Long Train Running; Julia
  9. Grenade; Anne
  10. Valerie; Lisa-Marie und Regina

Set 2

  1. Pretty Woman; Markus
  2. Get Lucky; Fotios
  3. Summertime; Orlando
  4. Hotel California; Luis, Jana, Ana und Tom
  5. Lola; Siggi
  6. Yesterday; Lissy und MC
  7. Get Lucky; Nils
  8. Come Together; Johannes und Alex
  9. Lola; Jutta
  10. Valerie; Julia
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